Stimmen der Mitglieder des Landesbetroffenenrates

Die Mitglieder des Landesbetroffenenrates für Betroffene von sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend bringen ihre persönlichen Perspektiven, Erfahrungen und Motivationen in die Arbeit des Gremiums ein.

Auf dieser Seite teilen sie, warum sie sich für die Mitwirkung im Landesbetroffenenrat entschieden haben und welche Bedeutung die Beteiligung für sie persönlich und gesellschaftlich hat.

  • Marlene Welzel

    • 10.04.2026

    „Ich möchte den Sportlerinnen und Sportlern eine Stimme geben, die von sexualisierter und psychischer Gewalt in der Kindheit im Sportverein betroffen sind/waren. Kinder, die einem Machtgefälle ausgesetzt sind, die in einem Obhuts- und Abhängigkeitsverhältnis ausgenutzt werden und die sich nicht zu helfen wissen. Ich wünsche mir, dass Vereine sensibilisiert werden, nicht wegzuschauen und sich ihrer Verantwortung für den Kinderschutz bewusstwerden. Durch den Betroffenenrat erhoffe ich mir, dass die Betroffenen sich gesehen fühlen und sich nicht für das schämen müssen, was ihnen angetan wurde."

  • Sinje Steinecke

    • 10.04.2026

    „Ich bin Dipl. Sozialarbeiterin/Pädagogin, Mediatorin, Trauer- und Sterbebegleiterin, habe eine Schwerbehinderung und möchte mich stark machen für alle Betroffenen und zugleich auch meinen Schwerpunkt auf Menschen lenken, die durch Krankheit oder Behinderung auf Hilfe angewiesen sind und einen besonderen Schutzraum benötigen. Sexualisierte Gewalt darf kein Tabu mehr sein. Jeder soll die Chance bekommen zu erfahren, welche Hilfemöglichkeiten es gibt. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass Hilfen niedrigschwellig zugänglich sind, dass Beratungsangebote ausgebaut werden, dass es Präventionsangebote gibt und dass die Gesellschaft wachsamer wird und mehr und mehr das doch noch häufige Schweigen gebrochen wird.“

  • Dagmar Gleitz

    • 10.04.2026

    „Bis ich meine Geschichte erzählen konnte, waren viele Jahre vergangen - seit damals. Und es war zu einer Zeit, als ein gesellschaftlicher Wandel begann, Betroffene sichtbarer wurden, gehört wurden. Als Mitglied des Landesbetroffenenrates möchte ich diese Veränderungen ein wenig mitgestalten.“

  • Karin Krapp

    • 10.04.2026

    „Ich bin selbst Betroffene aus dem Kontext der Evangelischen Kirche. Wie sehr sich die Strukturen für den Umgang mit Fällen sexualisierter Gewalt in unterschiedlichen Kontexten ähneln, habe ich erfahren, als im Turnverein meiner Tochter ebenfalls ein Fall aufgedeckt wurde. Bislang wird aber in jedem Kontext für sich selbst nach eigenem Schema interveniert, aufgearbeitet, finanziell entschädigt. Die Zusammenarbeit im Landesbetroffenenrat sehe ich als Chance, dass Betroffene aus verschiedenen Kontexten sexualisierter Gewalt sich miteinander auf den Weg machen, sich gegenseitig stärken, um gemeinsame politische Lösungen auf den Weg zu bringen. Dazu braucht es ein offenes Ohr bei politischen Vertreter*innen als Gegenüber.“

  • Maike Katte-Röder

    • 10.04.2026

    „Ich wurde im kirchlichen Kontext viele Jahre missbraucht. Viele haben es gesehen und fortgeschaut. Mir ist es sehr wichtig, dass eine Kultur des Hinschauens besteht, Aufklärung und gute Hilfsangebote für Kinder und Jugendliche.“